Ein kleiner Eigensinn sei Künstlern gern verziehen!

Ich setze mit Bedacht: ein kleiner Eigensinn;

Denn allen, die sich nicht um Kunst und Witz bemühen,

Dem groben Theil der Welt, geh′ auch der größte hin!

Ein Künstler, welcher sich des Griffels Ruhm erworben,

Der einen Ridinger, und Schmidt, und Preißler ziert,

Entwarf nicht leicht das Bild der Fürsten, die verstorben,

Noch der Gelehrten Bild, eh′ sie der Tod entführt.

Die meisten wußten nicht die Ursach′ anzugeben,

Bis einst, ich weiß nicht wer, sie von ihm selbst erfuhr:

Der Fürsten achtet man nicht länger, als sie leben,

Und der Gelehrte gilt nach seinem Tode nur.


Das Gedicht "Crispin von Paß" stammt von (* 1708-04-23, † 1754-10-28).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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