In Tejos und in Samos

Und in der Stadt Minervens

Sang ich von Wein und Liebe,

Von Rosen und vom Frühling,

Von Freundschaft und von Tänzen;

Doch höhnt ich nicht die Götter,

Auch nicht der Götter Diener,

Auch nicht der Götter Tempel,

Wie hieß ich sonst der Weise?

Ihr Dichter voller Jugend,

Wollt ihr bey froher Musse

Anacreontisch singen;

So singt von milden Reben,

Von rosenreichen Hecken,

Vom Frühling und von Tänzen,

Von Freundschaft und von Liebe;

Doch höhnet nicht der Gottheit,

Auch nicht der Gottheit Diener,

Auch nicht der Gottheit Tempel.

Verdienet, selbst im Scherzen,

Den Namen echter Weisen.


Das Gedicht "Anacreon" stammt von (* 1708-04-23, † 1754-10-28).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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