Neulich in warmem Gespräch mit einem gediegenen Schulmann

Brach in Klagen ich aus über die traurige Zeit.

Hetze nach Geld und Genuß und Betrug und Wucher und Fälschung

Sind ja, rief ich, fürwahr unter dem Monde nicht neu;

Dieß aber, dieß ist neu, daß, wenn man von Ehre und Pflicht noch,

Von Gewissen noch spricht, höhnisches Grinsen erfolgt;

Daß man die Waaren fälscht, ist nicht das Aergste, die Wahrheit

Wird entmischt und gefälscht von dem sophistischen Gift;

Unter uns wanket der Grund, es wanken die ew'gen Gesetze,

Die mit des Pfeilers Kraft tragen die sittliche Welt.

Und der Biedre versetzt: bestätigen kann ich es leider,

Wie man in jetziger Zeit ewige Regel vergißt:

Schaudernd fand ich, und gar bei einem der besseren Schüler,

Gestern im Hebdomadar ut mit dem Indikativ.


Das Gedicht "Schulmanns Schauer" stammt von   (1807 - 1887).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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