Geschlagen

Hat mich das Alter und ich verstehe,

Was ich sonst nur obenhin verstand,

Wie es gemeint ist, wenn man redet

Von müden Greisen.

Müde vor allem sind mir die Beine

Und nach wenig Morgenbewegung

Freu ich mich auf das Mittagsschläfchen.

Nicht gelüstet mich's, mitzueilen,

Wenn, von Trompetenschmettern gelockt,

Nach des festlichen Aufzugs Schauspiel

Neugierselig die Menge strömt,

Wenn sie am Felsberg athmend aufklimmt,

Wo auf dem Gipfel die Rundsicht winkt.

Und der Geist, wie steht es um ihn?

Müd ist geworden, müd auch er,

Müde der Täuschung.

Eine nur, eine noch ist geblieben.

Nimmer so lang ich noch Athem hole,

Nimmer, nimmer schwinde sie mir,

Die hohe Täuschung, der wahrheitsvolle,

Heilige Wahn, daß Götter leben!


Das Gedicht "Alter" stammt von   (1807 - 1887).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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