Was will das bunte Tageslicht mir geben?
Den trüben Blick verwunden seine Farben;
Nur denen blühend, so im Herzen starben,
Den muntern Augen, die dem Leben leben.
Bis mich die Zeit zum Tode wird erheben,
Lieb′ ich im Leben nichts, als seine Narben,
Weil sie die Lust zum Leben mir verdarben
Und ewig wehren nach dem Nichts zu streben.
Im Dunkel nur, das alles zart verkleidet,
Ergetzt mein Auge sich, und mein Verlangen
Entzünden schöner Liebe goldne Fernen.
Des Todes Bild, das helle Laute meidet,
Kömmt freundlich in der stillen Nacht gegangen,
Umfunkelt von des Himmels ew′gen Sternen.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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