Leb wohl, du teures Land, das mich geboren,

Beamtenwillkür treibt mich fort von hier.

Ich hab Amerika mir auserkoren.

Dort scheint allein der Freiheit Sonne mir.

Dort drücken mich nicht der Tyrannen Ketten,

dort schätzt man erst des Lebens hohen Wert,

und wer sich will aus Sklaverei erretten,

der folge mir, dort wird er erst geehrt

 

Dort kennt man nicht die stolzen Fürstenknechte,

verprassend nur des Landmanns sauren Schweiß,

dort freut der Mensch sich seiner Menschenrechte,

er erntet auch die Frucht von seinem Fleiß.

Es quälen ihn nicht jene Müßiggänger,

durch Fürstengunst betitelt und besternt.

Das Sklavenwort ′Euer Gnaden′ und ′Gestrengen′

ist aus dem Reich der Sprache weit entfernt

 

Nach diesem Lande laßt uns, ihr Brüder, ziehen,

es folge mir, der die Freiheit liebt und ehrt;

ein neues Leben wird dort uns allen blühen,

und Gott ist′s, der die Wünsche uns gewährt

Schon schlägt die längst ersehnte Stunde,

der Abschiedstag, ihr Brüder, ist nun da,

und bald erschallt aus unserem Munde;

Wie gut, wie gut ist′s in Amerika.


Das Gedicht "Leb wohl, du teures Land" stammt von (* 1811-09-28, † 1881-03-24).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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