I.

1. Wenn die Leute fragen,
Lebt der Hecker noch?
Könnt ihr ihnen sagen:
Ja, er lebet noch.

Refrain:
Er hängt an keinem Baume,
Er hängt an keinem Strick.
Er hängt nur an dem Traume
Der deutschen Republik.

2. Fürstenblut muß fließen
Knüppelhageldick,
Und daraus ersprießen
Die freie Republik.
Ja, dreiunddreißig Jahre
Währt die Knechtschaft schon
Nieder mit den Hunden
Von der Reaktion!

3. Schmiert die Guillotine
Mit Tyrannenfett!
Schmeißt die Konkubine
Aus des Fürsten Bett!
Ja, dreiunddreißig Jahre
Währt die Knechtschaft schon
Nieder mit den Hunden
Von der Reaktion!

4. Gebet nun, ihr Großen,
Euren Purpur her.
Das gibt rote Hosen.
Für der Freiheit Heer,
Für die Freiheit Rechte,
Für die Freiheit Reich.
Wir sind keine Knechte,
Wir sind alle gleich.

II.

1. Wenn die Roten fragen,
Lebt der Hecker noch,
Sollt ihr ihnen sagen,
Ja er lebet noch.
|: Er hängt an keinem Baume,
   Er hängt an keinem Strick,
   Sondern an dem Traume
   Der Roten Republik :|

2. Gebet nur ihr Großen,
Euren Purpur her
Das gibt rote Hosen
Für der Freiheit Heer
|: Ja 33 Jahre
   Währt die Sauerei,
   Wir sind keine Knechte,
   Wir sind alle frei :|

3. Wenn in Flammen stehen
Kirche, Schul und Staat,
Kasernen untergehen,
Dann blüht unsre Saat.
|: Ja 33 Jahre
   Währt die Knechtschaft schon
   Nieder mit den Hunden
   Von der Reaktion. :|

4. An den Darm der Pfaffen
Hängt den Edelmann
Laßt ihn dran erschlaffen,
Hängt ihn drauf und dran
|: Ja 33 Jahre
   Währt die Knechtschaft schon
   Nieder mit den Hunden
   Von der Reaktion! :|

5. Schmiert die Guillotine
Mit Tyrannenfett
Reißt die Konkubine
Aus dem Pfaffenbett
|: Ja 33 Jahre
   Währt die Knechtschaft schon
   Nieder mit den Hunden
   Von der Reaktion. :|

6. Fürstenblut muß fließen,
Muß fließen stiefeldick
Und daraus ersprießen
Die rote Republik
|: Ja 33 Jahre
   Währt die Knechtschaft schon
   Nieder mit den Hunden
   Von der Reaktion! :|


Das Gedicht "Heckerlied" stammt von   (1811 - 1881).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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