Ein Stummer zieht durch die Lande,

Gott hat ihm ein Wort vertraut,

Das kann er nicht ergründen,

Nur einem darf er′s verkünden,

Den er noch nie geschaut.

 

Ein Tauber zieht durch die Lande,

Gott selber hieß ihn gehn,

Dem hat er das Ohr verriegelt,

Und jenem die Lippe versiegelt,

Bis sie einander sehn.

 

Dann wird der Stumme reden,

Der Taube vernimmt das Wort,

Er wird sie gleich entziffern,

Die dunkeln göttlichen Chiffern,

Dann ziehn sie gen Morgen fort.

 

Daß sich die beiden finden,

Ihr Menschen, betet viel.

Wenn, die jetzt einsam wandern,

Treffen einer den andern,

Ist alle Welt am Ziel.


Das Gedicht "Zwei Wandrer" stammt von   (1813 - 1863).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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