Hier stehn wir unterm Apfelbaum,

Hier will ich von dir scheiden,

Hier träumte ich so manchen Traum,

Hier trägt sich auch ein Leiden.

 

Hier sah ich dich zum erstenmal,

In winterlicher Öde!

Wie war der Baum so nackt und kahl,

Wie warst du kalt und spröde!

 

Doch bald ergrünte Zweig nach Zweig,

Und alle Knospen trieben.

Da sprang dein Herz, den Knospen gleich,

Da fingst du an, zu lieben.

 

Wie ist er jetzt von Blüten voll!

Wie wird er reichlich tragen!

Doch, wer ihn für dich schütteln soll,

Das wüßt′ ich nicht zu sagen.

 

Hei! Wie dich säuselnd jener Ast

Mit rotem Schnee bestreute,

Als ob er schon die schwere Last

Der künft′gen Früchte scheute!

 

Wenn übers Meer der Herbstwind pfeift

Und an dem Mast mir rüttelt,

So denke ich: sie sind gereift,

Und er ist′s, der sie schüttelt!

 

Und muß mein Schiff vor seinem Braus

Gar an ein Felsriff prallen,

So ruf′ ich noch im Scheitern aus:

Die schönste will nicht fallen!


Das Gedicht "Schiffers Abschied" stammt von   (1813 - 1863).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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