Welch ein herrlicher Kopf! Und einer der vielen des Pöbels!

Macht sie nicht heut das Modell, macht sie es morgen gewiß,

Wenn sie des Hutes bedarf, ihn gegen die Sonne zu schützen;

Welchem Rumpfe jedoch setzt man am besten ihn auf?

Ei, durchmustern wir schnell die Ilias oder die Bibel,

Welche Göttin beliebt? Welche der Heiligen paßt?

Juno? Da wär′ erst die Stirn zu renken, die römisch und kurz ist;

Venus? Du stehst mir im Weg, griechisches Mensch in Florenz!

Heidinnen, packt euch zum Teufel! Ich schenkt′ ihn flugs der Madonna,

Doch die Sixtinische ist leider bis jetzt nicht geköpft.

Vasen werden zerbrochen und Trauerspiele vergiftet,

Aber der Maler erharrt seinen Salvator umsonst.

Sei der Seufzer verziehn! Und nun? Was quäl′ ich mich länger!

Ist nur der Kopf erst gemalt, hängt sich ein Leib wohl daran.


Das Gedicht "Monolog eines Modelljägers" stammt von   (1813 - 1863).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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