Ich ritt einmal im Dunkeln

Spät durch ein enges Tal;

Die Nacht war still und traurig,

Ich still und traurig zumal.

 

Ich dachte der wenigen Freunde,

Die ich auf Erden fand,

Ich dachte derer vor allen,

Die schon bedeckt der Sand.

 

Da scholl′s, wie Geisterstimme,

Vom düstern Berg herab:

Mensch, freu′ dich heut des Lebens,

Denn morgen geht′s ins Grab.

 

War es ein Hirtenknabe,

Der jene Worte sang -

Ich weiß es nicht, sie gingen

Mir durch die Seele bang.

 

Einst hatt′ ich sie vernommen

Aus eines Bruders Mund,

Da trank er meine Gesundheit,

Jetzt lag er im kühlen Grund.


Das Gedicht "Memento vivere" stammt von   (1813 - 1863).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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