Faselst du? Dies Pasquill verleumdet die nobelsten Helden,

Wie es der rohste Poet nie noch vermeßner gewagt,

Äschylos nicht einmal, der doch der Prinzessin von Troja

Bilder vom Stier und der Kuh legt in den sittigen Mund.

Nein, wir kennen sie besser, die edlen Burgunder, und willst du

Reine Geschichte, so leih unserm Tragöden das Ohr.

Wie er den Lindwurm gänzlich beseitigt, weil Raff ihn nicht kannte

Und auch Cuvier nicht seine Gebeine entdeckt,

Also hat er zugleich die Recken des Eisens entkleidet,

Und sie zu Menschen gemacht, wie wir sie lieben bei uns.

Hagen wütet nicht blind, er ist ein besonnener Hofmann,

Der den Rivalen ersticht, weil er die Gnade ihm stiehlt,

Siegfried selber ist nichts, doch büßt er das schwere Verbrechen,

Daß er sich doppelt verlobt, was die Moral nicht erlaubt,

Kriemhild verbessert die Reden der Thekla und macht sie prosodisch,

Denn im Metrischen war Schiller bekanntlich ein Kind;

Brunhild allein blieb wild, und Gunther muß ringen und springen,

Aber es wird uns erklärt: weil sie die Mutter verlor!

Dennoch stört es ein wenig, und wenn der Dichter auch glücklich

Sich der Kappe des Zwergs, welche den Helfer verbarg,

Durch das natürliche Mittel der simplen Verkleidung erledigt,

Menschlicher wär′ es vielleicht, spielten die beiden nur Schach!

Tilg′ er denn unverweilt in souveräner Verachtung,

Wie das übrige, auch diesen barbarischen Rest!


Das Gedicht "Einsprache aus München" stammt von   (1813 - 1863).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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