Wohl soll die Kunst euch stets erfreun,

Selbst durch das blut′ge Trauerspiel,

Nur müßt ihr nicht das Mittel scheun,

Durch das sie′s hier erreicht, dies Ziel.

Die Sonne lacht euch ohne sie,

Euch ohne sie das Morgenrot,

Allein der Schmerz erquickt euch nie,

Und nie der Tod, der bittre Tod.

Sie nötigt beide, es zu tun,

Sie führt sie nah genug heran,

Daß keine Kraft in euch mehr ruhn,

Daß jede sich nur steigern kann;

Sie hält sie dennoch fern genug,

Daß euch ihr Stacheln nicht verletzt,

Und daß nur, wer schon selbst dem Fluch

Verfallen ist, sich noch entsetzt.

Verkehrt sie denn mit Tod und Schmerz,

So tut sie′s, stiller Hoffnung voll,

Daß eben dadurch euern Herz,

Wie nie, von Leben schwellen soll,

Und daß ein einziger Genuß,

Wie keine Lust ihn euch gewährt,

Euch Seel′ und Sinn erfrischen muß,

Wenn sie das Grauen selbst verklärt.


Das Gedicht "Die tragische Kunst" stammt von   (1813 - 1863).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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