Sie hat ein Kind geboren,

Zu höchster Lust in tiefstem Leid,

Und ist nun ganz verloren

In seine stumme Lieblichkeit.

 

Es blüht zwei kurze Tage,

So daß sie′s eben küssen mag,

Und ohne Laut und Klage

Neigt es sein Haupt am dritten Tag.

 

Und wie es still erblaßte,

So trägt sie still den heil′gen Schmerz,

Und eh′ sie′s ganz noch faßte,

Daß es dahin ist, bricht ihr Herz.

 

Der mit dem Lilienstengel

Sonst tritt aus einem finstern Tor,

Er ging, der Todes-Engel,

Aus ihrem eignen Schoß hervor.


Das Gedicht "Die junge Mutter" stammt von   (1813 - 1863).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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