Beim Weine sah ich einst zwei Zecher sitzen;

Der eine rief: kein Tropfen wird vergossen,

Bevor sich das Geheimnis mir erschlossen,

Woher es kommt, dies Perlen und dies Blitzen!

 

Der andre sprach: er wird mein Blut erhitzen,

Und daraus ist mir nie noch Heil entsprossen,

Wie wär′ mir′s, wenn ich nach dem Rausch verdrossen

Mich fände auf den schroffsten Felsenspitzen!

 

So saßen sie und grübelten aufs beste,

Indes umsonst die Goldpokale lachten,

Zu ihres gütigen Bewirters Qualen;

 

Inzwischen kam ein Haufen frischer Gäste,

Da sahn sie sich vertrieben, eh′ sie′s dachten,

Und müssen nun mit ew′gem Durst bezahlen!


Das Gedicht "Die beiden Zecher" stammt von   (1813 - 1863).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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