Es steht ein Baum im Wüstensand,

Der einzige, der dort gedieh;

Die Sonne hat ihn fast verbrannt,

Der Regen tränkt den durst′gen nie.

 

In seiner falben Krone hängt

Gewürzig eine Frucht voll Saft,

Er hat sein Mark hineingedrängt,

Sein Leben, seine höchste Kraft.

 

Die Stunde, wo sie, überschwer,

Zu Boden fallen muß, ist nah,

Es zieht kein Wanderer daher,

Und für ihn selbst ist sie nicht da.


Das Gedicht "Der Baum in der Wüste" stammt von   (1813 - 1863).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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