Jung bin ich, und weiß noch nicht
Wie man Liebesnetze flicht,
Wie man Buhlen fängt und hält,
Liebelt, kost, und sich verstellt.
Harrt nicht, bis ich gutes Kind
Bin, wie andre Schönen sind;
Dann am Ersten halt′ ich fest,
Und betrogen wird der Rest.
Gedichte
Friedrich Haug
Jung bin ich, und weiß noch nicht
Wie man Liebesnetze flicht,
Wie man Buhlen fängt und hält,
Liebelt, kost, und sich verstellt.
Harrt nicht, bis ich gutes Kind
Bin, wie andre Schönen sind;
Dann am Ersten halt′ ich fest,
Und betrogen wird der Rest.
Das Gedicht "Betty`s Liedchen" stammt von Friedrich Haug (1761 - 1829).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.