Meine Jacke ist ganz noch
Und mein Glas noch voll Gin!
Welt, geh´deiner Wege,
Ich frag´nicht, wohin?
Kein Haus, keine Heimat,
Kein Weib und kein Kind,
So wirbl´ich, ein Strohhalm,
In Wetter und Wind!
Well´auf und Well´nieder,
Bald dort und bald hier;
Welt, fragst du nach mir nicht,
Was frag´ich nach dir?
Das Gedicht "Kein Haus, keine Heimat!" stammt von Friedrich Halm (1806 - 1871).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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