An etliche Lobsprecher eines verstorbenen Heldens
Ihr klugen, derer Faust die Feder embsig führet,
Zu klagen dessen Tod, der an die Wolken rühret
Durch Thaten ohne gleich, durch Thaten, die der Welt
Deß Himmels kurtze Gunst hat einig fürgestellt
Zum Eigenthum zwar nicht, zum Wunder aber allen,
So weit der Titan leucht; der Mut mag euch entfallen,
Daß diß, wo ewig Ding genug zu schaffen hat,
Die Feder enden soll und ein papiernes Blat.
Weicht ab von da, wo Fleiß gar schwerlich Frucht gewinnet;
Klagt nichts so sehr als diß, daß klagen ihr nicht könnet.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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