Ein Flüstern, Rauschen, Klingen
Geht durch den Frühlingshain,
Fängt wie mit Liebesschlingen
Geist, Sinn und Leben ein.
Ein Chor von all′ den Zweigen
In süßer Harmonie,
Und doch jedwedes Neigen
In eigner Melodie.
Säng′ ich es nach, was leise
Solch′ stilles Leben spricht,
So schien′ aus meiner Weise
Das ew′ge Liebeslicht.
Doch schon im leichten Wandeln
Zog das Geflüster fort;
Dumpf ist der Menschen Handeln,
Und tot der Sprache Wort.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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