Trüb der Morgen und kalt.
Ueber die Wiesen schweifen
Feuchte Nebelstreifen;
Auf den Bergen ringsum
Liegen Wolken geballt,
Grau und stumm.
Mühsam
Gegen die dunklen Schatten,
Halb wagend,
Halb zagend,
Sendet Sonne den matten,
Bebenden Strahl.
Nieder in′s Thal
Röthlich bricht
Hier und dort unsicheres Licht ...
Kämpfen muß die herrlichste Gluth,
Die hehrste Feindin irdischer Fehle:
Muth, Muth,
Arme ringende Menschenseele!
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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