Sey mit stürzenden Thränen der Freude gegrüßt,

Was auch fern vor der Seele mir stand,

Wo sich kühner der Keim der Gedanken erschließt,

O du altes Saturnisches Land,

Wo die heilige Höh′ und die wallende Fluth

Mir entzünden und kühlen die sehnende Gluth,

Die nach dir ich im Busen empfand.

Wem im Busen das Herz, in dem Herzen der Geist

Sich erhebet zum höheren Seyn;

Wem sich tiefer der Quell der Gedanken ergeußt,

O wie fröhlich kann der hier gedeih′n!

Stürzt die WeIt auch in stäubende Trümmer dahin,

Im Unendlichen schwebet der geistige Sinn,

Und verschmäht den betrüglichen Schein!

Was da war, was noch ist, und was werden einst kann.

Das erscheinet dem sinnenden Blick!

Wenn sich löset der vielfach umkreisende Bann,

Und einst Nemesis kehret zurück!

Mit der Rechten schwingt sie die Geißel empor,

Treibt aus finsterer Nacht die Verbrecher hervor,

Und befreit das gefesselte Glück!


Das Gedicht "Zuruf an die Gegend von Rom" stammt von   (1765 - 1835).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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