Süße Stille, meines Herzens Frieden,
Ach wohin, wohin bist du entfloh′n?
Bist auf immer du von mir geschieden,
Schwangst in ferne Himmel du dich schon?
Steig′ empor aus dunkeln Schattenthalen,
Von dem grünen Wipfel sink herab!
Lind′re meine tiefen Seelenqualen,
Oder senke mich ins frühe Grab!
Hier an dieser tiefversenkten Welle
Fühl′ ich deines Athems leises Weh′n;
Hier an dieser kühlen Schattenstelle,
Trauter Freund, werd′ ich dich wiederseh′n!
Ach du kömmst - durch leises Blattgekräusel
Folg′ ich deiner leichtverwehten Spur -
Und mir tönts im luftigen Gesäusel:
»Suche mich im Schooße der Natur!«
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
Zur Startseite:
Gedichte