Leis′ umschweben,

Hell umbeben

Uns des Abends Rosengluthen;

Still entwanken

Die Gedanken

Diesen leichtgefurchten Fluthen!

Grüne Hügel

Stehn im Spiegel

Des Gewässers eingetauchet,

Dunkle Haine

Sind vom Scheine

Goldner Wolken angehauchet.

Kleiner Nachen,

Hilf die wachen

Träume unsrer Seelen bilden!

Schon entschweben

Wir dem Leben

Zu Elysischen Gefilden!

Auf den Lethe

Blickt die Röthe

Keines Sommerabends nieder!

Uns entquelle

Deiner Welle

Der Erinnrung Schwangefieder!

Nicht vergessen,

Nur ermessen

Wollen wir der Vorzeit Stunden!

Auf! und Kränze

Aus dem Lenze

Froher Jugend still gewunden!

Auch nicht Schmerzen

Zarter Herzen

Werden in die Fluth versenket -

Sanft erfrische

Das Gemische,

Thräne, die des Freunds gedenket.

Tief hinunter

Sink′, o bunter

Tand des öden Weltgewühles!

Sorg′ und Kummer

Wieg′ in Schlummer

Das Geträum des Kinderspieles!

So entschweben

Wir dem Leben

Hin in des Vergangnen Haine!

Nichts verlohren!

Neugebohren

Steigt der Tag aus Dämmrungsscheine!


Das Gedicht "Der beßre Lethe" stammt von   (1765 - 1835).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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