Lieb′ ich Dich herzlich, sprich, was geht′s Dich an?
Wenn ich Dir schweigend folg′ und nur von Ferne,
Wenn ich das Auge nicht verwenden kann
Von meiner Liebe, meines Lebens Sterne -
Was geht′s Dich an?
Lieb′ ich Dich schmerzlich, sprich, was geht′s Dich an?
Du nennst Dich frei von Schuld, wenn ich mich gräme -
Du lösest selbst glückloser Liebe Bann,
Du sprichst mich los - doch wenn ich′s nicht vernehme -
Was geht′s Dich an?
Lieb′ ich vergeblich, sprich, was geht′s Dich an?
Nicht Hoffnung ist′s, nicht Trost den ich begehre.
Holdselig neigst Du Dich dem fremden Mann -
Wohl seh ich′s - und wenn ich mich stumm verzehre
Was geht′s Dich an?
Das Gedicht "Was geht′s dich an?" stammt von Franz von Gaudy (1800 - 1840).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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