Wie arg, daß jetzt mein Schlafrock hin,

Zerfetzt und druchgefressen,

Kaum siebzehn Jahr ich äleter bin,

Seit er mir angemessen.

 

Von Wolle kaum mehr eine Spur.

Durchlöchert schon von Schaben,

Ich tröste mich mit solchen nur,

Die keinen Schlafrock haben.

 

Soll ich mir jetzt als Sterbekleid

Noch einen neuen schenken?

Dann möcht′ ich ihn bequem und weit,

Wenn sie ins Grab mich senken.


Das Gedicht "Mein Schlafrock" stammt von   (1808 - 1885).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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