Ach, wie brenn′ ich vor Verlangen, Galathea, schönes Kind,

Dir zu küssen deine Wangen, weil sie so entzückend sind.

Wonne die mir widerfahre, Galathea, schönes Kind,

Dir zu küssen deine Haare, weil sie so verlockend sind.

 

Nimmer wehr mir, bis ich ende, Galathea, schönes Kind,

Dir zu küssen deine Hände, weil sie so verlockend sind.

Ach, du ahnst nicht, wie ich glühe, Galathea, schönes Kind,

Dir zu küssen deine Knie, weil sie so verlockend sind.

 

Und was tät ich nicht, du süße Galathea, schönes Kind,

Dir zu küssen deine Füße, weil sie so verlockend sind.

Aber deinen Mund enthülle, Mädchen, meinen Küssen nie,

Denn in seiner Reize Fülle küsst ihn nur die Phantasie.


Das Gedicht "Galathea" stammt von   (1864 - 1918).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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