Eingeschlossen vom Waggon
       Lehn‘ ich in der Ecke,
Und der Dampf trägt mich davon
       Brausend auf der Strecke.

In die Gegend rings hinaus
       Blick‘ ich so im Fahren
Weithin breitet sie sich aus,
       Blühend wie vor Jahren.

Ob des Zuges Hast auch steigt,
       Scheint er doch zu weilen,
Nur vor meinem Auge zeigt
       Sich ein Flieh’n und Eilen.

Dörfer, Felder, Wald und Au’n
       Ziehn vorbei im Fluge,
Still, mit unverwandtem Schau’n,
       Sinn‘ ich nach dem Truge.

Und in tiefster Seele klar
       Wird mir dieses Leben
Wo, was immer ist und war,
       Scheint vorbei zu schweben.

Liebe, Glück und Jugendzeit,
       Ach, sie alle weilen -
Nur der Mensch in Ewigkeit
       Muss vorüber eilen.


Das Gedicht "Eisenbahnfahrt" stammt von   (1833 - 1906).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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