Zelte, Posten, Werda-Rufer!

Lustge Nacht am Donauufer!

Pferde stehn im Kreis umher

Angebunden an den Pflöcken;

An den engen Sattelböcken

Hangen Karabiner schwer.

 

Um das Feuer auf der Erde,

Vor den Hufen seiner Pferde

Liegt das östreichsche Pikett.

Auf dem Mantel liegt ein jeder,

Von den Tschakos weht die Feder.

Leutnant würfelt und Kornett.

 

Neben seinem müden Schecken

Ruht auf einer wollnen Decken

Der Trompeter ganz allein:

"Laßt die Knöchel, laßt die Karten!

Kaiserliche Feldstandarten

Wird ein Reiterlied erfreun!

 

Vor acht Tagen die Affäre

Hab ich, zu Nutz dem ganzen Heere,

In gehörgen Reim gebracht;

Selber auch gesetzt die Noten;

Drum, ihr Weißen und ihr Roten

Merket auf und gebet acht!"

 

Und er singt die neue Weise

Einmal, zweimal, dreimal leise

Denen Reitersleuten vor;

Und wie er zum letzten Male

Endet, bricht mit einem Male

Los der volle kräftge Chor:

 

"Prinz Eugen, der edle Ritter!"

Hei, das klang wie Ungewitter

Weit ins Türkenlager hin.

Der Trompeter tät den Schnurrbart streichen

Und sich auf die Seite schleichen

Zu der Marketenderin.


Das Gedicht "Prinz Eugen, der edle Ritter" stammt von   (1810 - 1876).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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