"Fremdling, laß deine Stute grasen!

O, zieh′ nicht weiter diese Nacht!

Dieß ist die grünste der Oasen;

Im gelben Sandmeer glänzt ihr Rasen,

Gleichwie inmitten von Topasen

Ein grüner, funkelnder Smaragd!"

 

Er sprach: "Gern will ich mich entgürten!"

Und nahm dem Pferde das Gebiß.

Er setzte sich zu seinen Wirthen;

Des Wüstengeiers Flügel schwirrten

An ihm vorüber nach den Syrten,

Zu ruhn in der Pentapolis.

 

Die Lieder und die Cymbeln klangen;

Die Mappe lag auf seinen Knien.

Die Rosse mit den blanken Stangen,

Die finstern Reiter mit den langen

Gewanden, und den bärt′gen Wangen,

Die Zelte - fremd ergriff es ihn.

 

Mit farb′gen Stiften schuf er glühend

Ein Bildniß dieser Wüstenrast.

Die Dromedare lagen knieend

Am Quell; des Wirthes Töchter, blühend

Und schlank, bald nahend und bald fliehend,

Umtanzten singend ihren Gast:

 

"Fremdling, laß deine Stute grasen!

O, zieh′ nicht weiter diese Nacht!

Dieß ist die grünste der Oasen;

Im gelben Sandmeer glänzt ihr Rasen,

Gleichwie inmitten von Topasen

Ein grüner, funkelnder Smaragd!"


Das Gedicht "Ammonium" stammt von   (1810 - 1876).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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