Ich seh′ Euch mit den Fingern nach mir zeigen,
Die Achseln zucken, lächeln dann und schweigen.
Ihr rechnet mich seit jeher zu den Tollen,
Und Mitleid nur vermögt Ihr mir zu zollen;
Doch würdet Ihr in meine Seele schauen,
Euch überfiele namenloses Grauen,
Ihr würdet mich der schwersten Sünden zeihen:
"Auf! Kreuzigt ihn!" so klänge Euer Schreien, -
Und einen Vorwurf nur für mich es gibt:
Ich hab′ im Leben viel zu viel geliebt.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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