Daß mir der Vater gar so früh gestorben,
Das war für mich der allerärgste Schlag;
Das ist′s, was ich beweine Tag für Tag,
Das ist der Grund, warum ich ganz verdorben.
Ach, ungestüm und liebelechzend rollen
Die Flammenbäche meines wilden Bluts,
Und jene Gabe dann des Wankelmuts
Und jenes sieche, trotzig-scheue Wollen...
O hätte meinem ersten Wollustlallen
Des Vaters gütig starke Hand gewehrt,
So wäre meine Stirn nicht lustentehrt,
Und nimmer wär ich gar so tief gefallen.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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