Nehmt hin, Ihr Theuren, diesen Myrthenkranz!
Der Alte, der vor fünfundzwanzig Jahren
Die Braut geschmückt, strahlt nun in Silber-Glanz.
Und was will diese Wandlung offenbaren?
Nur Traum und Wahn verblühen mit der Zeit,
Nur flücht′ge Neigung welkt gleich grünem Laube,
Doch wahre Liebe währt in Ewigkeit,
Und zu den Sternen dringt sie aus dem Staube.
Nichts ist zu wünschen Euch und Eurem Glück,
Nur dauernd soll der Himmel es Euch wahren:
Dann schaut Ihr froh auf diesen Tag zurück
Im goldnen Kranz nach fünfundzwanzig Jahren!
Das Gedicht "Zur Silber-Hochzeit" stammt von Felix Dahn (1834 - 1912).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
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