Wohl einem großen Tonwerk gleicht das Leben,

Darin die Töne suchen sich und flieh′n:

Und welche sich zuletzt zum Einklang weben, -

Lang′ wird sich das dem Lauschenden entziehn:

Bis endlich jene zu einander schweben,

Die vorbestimmt zu sel′gen Harmonien!

So ward, getrennt durch Berg und Thal, dies Par

Zusammen doch geleitet wunderbar.

 

Was sie vereint hat, war die Macht der Töne.

Ein gutes Zeichen liegt in diesem Wort:

Verbunden sind sie durch das ewig Schöne

Zu innig unauflöslichem Accord.

Die Muse selbst, die göttliche Kamöne,

Bleibt Weiherin des Hauses fort und fort

Und in dem Wohlklang gleich gestimmter Seelen

Wird mit der Kraft das Zarte sich vermählen!


Das Gedicht "Zur Hochzeit eines Tonsetzers" stammt von   (1834 - 1912).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte