Tief in der Brust mit verriegelnder Klammer
Wahrte schön Hanna das Herzelein:
Aber die Liebe mit pochendem Hammer,
Sprengte das Schloß und zog in die Kammer
Wie triumphirender Frühling herein.
Nun, so erblühe denn, sprossende Keimniß!
Singen und Sagen, sie schildern Dich nie.
Versegestammel ist klägliche Reimniß
Gegen der Minne geheiligt Geheimniß:
Glückliche Lieb′ ist allein Poesie.
Aber Ihr andern, Ihr fröhlichen Gäste,
Hebet die Becher und jubelt mir laut:
Glückliche Lieb′ ist das Seligste, Beste!
Heil sei dem Hause und Heil sei dem Feste,
Heil sei dem Bräutigam, Heil sei der Braut!
Das Gedicht "Zur Hochzeit des Herrn von Pochhammer" stammt von Felix Dahn (1834 - 1912).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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