Ist′s wahr, was man an allen Orten

Sich schon erzählt, mit scheuen Worten?

»Frau Dahn hat einst zur Vollmondnacht

Ein heidnisch Zauberwerk vollbracht:

Ein Goldflechtwerk, reich ausgeschlagen

Mit gelber Seide und getragen

Von hohem Henkel, der die Last

Der Seidenfalten kaum umfaßt.

Die bauschen sich in weiten Bogen

Von rothen Schnüren zugezogen:

Ein Wunderkörbchen muß es sein:

Es trägt ihr täglich Gutes ein.

So oft sie′s aufthut, liegt darin,

Was immer ihr erfreut den Sinn:

Bald ist es Gold, bald Liedeswort, -

Genug, es wundert immerfort.« -

Ich bin Dir gut schon manches Jahr,

Du wetterfestes Ehepar,

Drum wünsch′ ich Frau Theresen auch

Des Wunderkörbchens stäten Brauch.


Das Gedicht "Zum ersten April anonym an Felix" stammt von   (1834 - 1912).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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