Ja, das ist meines lieben Victor Antlitz!

Schlicht, treu und fest und deutsch in Ernst und Scherz:

So blickte er, wann er zu Radolfszell,

Erfreut, bewegt, der Jugendzeit gedenk,

Mich in die Arme schloß und zur »Seehalde«

Den grünen Angerpfad hinan mich führte! -

Den schau′ Dir an, Du theure deutsche Jugend,

Und dank′ ihm immerdar, daß er Dir reichte

Aus deutscher Vorzeit quellbornfrischen Trank:

Denn, was frivol, krank, süßlich und salonhaft,

War ihm verhaßt: ein treuer Eckhard war er:

Ihn sollt Ihr werth und hoch und theuer halten,

So lang′ in Wolken ragt der Hohentwiel,

Frau Aventiure auf den Straßen geistert,

So lang′ des Alamannenlands Saphir,

Der Bodensee, noch glänzt in lichter Bläue,

So lang′ noch deutscher Dichtung Wort ertönt:

Mit ihm vergleiche keiner sich, der lebt,

Und keiner seinesgleichen kehrt uns wieder!


Das Gedicht "Zum Bilde Scheffels" stammt von   (1834 - 1912).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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