Aus Schwesterhand nimm diesen Kranz entgegen,
Das Feierzeichen hoher Seligkeit,
Und sei gewiß: die Gabe bringt Dir Segen,
Die treue, tiefe Liebe Dir geweiht.
Wann Du nun gehst auf glanzbesonnten Wegen,
Gedenke manchmal noch der Mädchenzeit:
Es rufe Dir des eignen Hauses Glück
Hier diesen Herd, den wir getheilt, zurück.
Es mögen alle Genien Dich begleiten,
Die unsrer Aeltern schönen Herd geschmückt:
Dann wird vorauf Dir in Dein Eh-Haus schreiten
Die Herzens Eintracht, die allein beglückt:
Dann bleibt der Brautkranz hier für alle Zeiten
Wie heute grünend Dir und unzerstückt,
Und eine Zauber-Krone, nie entlaubt,
Unsichtbar weiht und schirmt er Dir das Haupt.
Das Gedicht "Der Braut die Schwester mit dem Myrthenkranz" stammt von Felix Dahn (1834 - 1912).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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