Mit dem Brautschleier.

 

O glaube nicht, daß diese Feier

Beende auch des Lebens Mai:

Nein, mit dem Gürtel und dem Schleier

Reißt nur ein eitler Wahn entzwei.

Doch wo nicht Wahn, wo echtes Minnen

Die Herzen an einander band,

Da weben heil′ge Spinnerinnen

Den Einschlag in des Schleiers Rand.

Die Nornen weben unvergänglich

Als einen Zauberschleier ihn,

So nimm ihn hin: dann überschwänglich

Ist Segen Dir mit ihm verlieh′n.


Das Gedicht "Braut- und Hochzeit-Gedichte" stammt von   (1834 - 1912).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte