Christkind kam in den Winterwald,

der Schnee war weiß, der Schnee war kalt.

Doch als das heil′ge Kind erschien,

fing′s an, im Winterwald zu blühn.

 

Christkindlein trat zum Apfelbaum,

erweckt ihn aus dem Wintertraum.

"Schenk Äpfel süß, schenk Äpfel zart,

schenk Äpfel mir von aller Art!"

 

Der Apfelbaum, er rüttelt sich,

der Apfelbaum, er schüttelt sich.

Da regnet′s Äpfel ringsumher;

Christkindlein′s Taschen wurden schwer.

 

Die süßen Früchte alle nahm′s,

und so zu den Menschen kam′s.

Nun, holde Mäulchen, kommt, verzehrt,

was euch Christkindlein hat beschert!


Das Gedicht "Christkind im Walde" stammt von   (1845 - 1909).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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