Es ist bestimmt in Gottes Rat,

Daß man, was man am liebsten hat,

Muß meiden;

Wiewohl nichts in dem Lauf der Welt

Dem Herzen ach! so sauer fällt,

Als Scheiden, ja Scheiden!

So dir geschenkt ein Knösplein was,

So tu′ es in ein Wasserglas;

Doch wisse: Blüht morgen dir ein Röslein auf,

Es welkt wohl noch die Nacht darauf;

Das wisse, ja wisse!

Und hat dir Gott ein Lieb beschert,

Und hältst du sie recht innig wert,

Die Deine, -

Es werden wohl acht Bretter sein,

Da legst du sie wie bald! hinein;

Dann weine, ja weine!

Nur mußt du mich auch recht verstehn,

Ja recht verstehn!

Wenn Menschen auseinander gehn,

So sagen sie: auf Wiedersehn!

Ja Wiedersehn!


Das Gedicht "Nach altdeutscher Weise" stammt von   (1806 - 1849).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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