Der Morgen weht mit zarten Lüften,

Und spielt mit Gras und Blatt und Blüt′,

Und haucht aus tausend süßen Düften

Erinnerung in mein Gemüt.

 

Wie bald verweht des Lebens Morgen!

Kein Frühling macht uns wieder jung.

Was bleibt uns zwischen Pein und Sorgen

Als du - als du, Erinnerung?

 

Momente kommen gut und herzlich,

Und man vergißt das schlimme Jahr,

Ach, man gedenkt entzückend-schmerzlich

Der Stunden, die man glücklich war.

 

Das Leben ist ein Kranz von Blüten,

Tief zwischen Dornen eingewebt,

Nur die erringen, die sich mühten,

Nur wer geweint hat, hat gelebt.


Das Gedicht "Erinnerung" stammt von   (1806 - 1849).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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