Nur eines noch: viel Stille um sich her wie weiche Decken schlagen,

 

Irgendwo im Alltag versinken, in Gewöhnlichkeit, seine Sehnsucht in die Enge bürgerlicherStuben tragen,

 

Hingebückt, ins Dunkel gekniet, nicht anders sein wollen, geschränkt und gestillt, vonTag und Nacht überblüht, heimgekehrt von Reisen

 

Ins Metaphysische – Licht sanfter Augen über sich, weit, tief ins Herz geglänzt, denRest von irrem Himmelsdurst zu speisen –

 

Kühlung Wehendes, Musik vieler gewöhnlicher Stimmen, die sich so wie Wurzeln stillerBirken stark ins Blut dir schlagen,

 

Vorbei die umtaumelten Fanfaren, die in Abenteuer und Ermattung tragen,

 

Morgens erwachen, seine Arbeit wissen, sein Tagewerk, festbezirkt, stumm aller Lockung, erblindetallem, was berauscht und trunken macht,

 

Keine Ausflüge mehr ins Wolkige, nur im Nächsten noch sich finden, einfach wie ein Kind,das weint und lacht,

 

Aus seinen Träumen fliehen, Helle auf sich richten, jedem Kleinsten sich verweben,

 

Aufgefrischt wie vom Bad, ins Leben eingeblüht, dunkel dem großen Dasein hingegeben.


Das Gedicht "Ende" stammt von   (1883 - 1914).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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