In einem alten Buche stieß ich auf ein Wort,

Das traf mich wie ein Schlag und brennt durch meine Tage fort:

Und wenn ich mich an trübe Lust vergebe,

Schein, Lug und Spiel zu mir anstatt des Wesens hebe,

Wenn ich gefällig mich mit raschem Sinn belüge,

Als wäre Dunkles klar, als wenn nicht Leben tausend wild verschlossne Tore trüge,

Und Worte wiederspreche, deren Weite nie ich ausgefühlt,

Und Dinge fasse, deren Sein mich niemals aufgewühlt,

Und Tag und Wirklichkeit von mir entweicht,

Der Welt entfremdet, fremd dem tiefsten Ich,

Dann steht das Wort mir auf: Mensch, werde wesentlich!


Das Gedicht "Der Spruch" stammt von   (1883 - 1914).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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