Mädchen mit den krummen Beinen,

wie dein Dackel schief im Gang,

glätte mir dein weißes Leinen.

Grade will dein Wuchs mir scheinen,

liegst du lang.

 

Deine Haut, die fleckig, kreidig,

dir verunziert Stirn und Wang,

rötet sich und wird geschmeidig

und dein Borstenhaar wird seidig,

liegst du lang.

 

Dein Organ ist wie der Spatzen

kreischend krächzender Gesang.

Komm auf schwellende Matratzen!

Wohllaut wird dein heisres Kratzen,

liegst du lang.

 

Armes Kind, nie kam ein Freier,

der dich auf sein Lager dang.

Komm zu mir zur Liebesfeier!

Mir schwillt Mut und Blut und Leier,

liegst du lang.


Das Gedicht "Mädchen mit den krummen Beinen" stammt von (* 1878-04-06, † 1934-07-10).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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