Folg mir in mein Domizil,

liebes Kind, und frag nicht viel.

Wirst schon alles lernen,

wirst schon alles sehn,

liest nicht in den Sternen,

was dir heut noch alles kann für Heil geschehn.

 

Stehst herum in Nacht und Wind.

Komm! Bei mir ist′s warm, mein Kind.

Geb dir einen Taler,

koch dir ein Glas Tee.

Einen Emmentaler

essen wir selbander auf dem Kanapee.

 

Bleibst bei mir bis früh am Tag.

Geht dann jeder, wo er mag.

Ich zum Redaktöre,

du, wohin dich′s treib.

Morgen küßt, ich schwöre,

dich mein guter Nachbar, mich des Nachbars Weib.


Das Gedicht "Folg mir in mein Domizil" stammt von (* 1878-04-06, † 1934-07-10).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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