Du gingst mit mir. Der niedre Himmel drohte

und kroch geduckt von allen Seiten näher.

Am Wege lag ein Felsenhund, ein Späher

mit plattem Bauch und vorgeschobener Pfote.

Entglänzte Sterne stierten feucht und faul

und husteten aus alterssiecher Lunge.

Krankleuchtend aus zerfetztem Wolkenmaul

hing gelb der Mond, des Himmels geile Zunge...

Du gingst mit mir. Fern gurgelte das Meer.

Dem Saum der Welt entglitten Feuerzeichen.

Wir fühlten feucht die Nachtluft uns umschleichen

und stapften vor der Angst des Lebens her,

auf unsern letzten Daseinsmut bedacht,

daß er das bleiche Graun des Spuks besiegte. -

Doch vor uns düsterte ein Baum zur Nacht,

der sehr bedenklich seine Wipfel wiegte.


Das Gedicht "Du gingst mit mir ..." stammt von (* 1878-04-06, † 1934-07-10).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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