Der Stern, der bei der Venus steht,

schau, Mädchen, und begreif:

Der neue Stern ist ein Komet.

Kühn spreizt sich ihm der Schweif.

 

Es staunt der Mond: Was will der Wicht

mit seinem langen Schwanz?

Mich dünkt das ganze Himmelslicht

erstrahlt in jungem Glanz.

 

Schau, Mädchen, wie der Mond von Gift

und Eifersucht sich bläht,

weil des Kometen starke Schrift

am Himmel Sünden sät.

 

Es glitzert Venus, Juno lacht,

Uranus aber zwinkt,

wenn dieser Neuling Nacht für Nacht

mit seinem Zierat winkt.

 

Bald sinkt er wieder in den Raum.

Dann kommt er nur noch fern

der Venus manchmal in den Traum

und manchem andern Stern.


Das Gedicht "Der Komet" stammt von (* 1878-04-06, † 1934-07-10).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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