Zu Sternbach ein reicher man/

der hatt ein hof/ da war ein han/

Der gieng umbher/ und scharr im mist/

wie dann der huner gewonheit ist.

Da fand er etwas/ das war klein/

das selbig war ein Edelgstein.

Was find ich da so glitzericht?

sprach er/ es nutzt mir eben nicht.

Wehr irn ein reicher kauffman hie/

er war so hoch erfrewet nie/

Der wust wol/ was er mit thun sölt/

und das es ihm vle geldes gölt/

Ich weiss nit/ was ich mit soll thun/

weiss nit mehr dann ein ander hun.

Drumb wehr es noch so hubsch und schon

so gibt mirs doch geringen lohn/

Und fünd ich tausend edelgstein/

ich acht sie allzumal gar klein.

Fund ich darü uff diessem mist

ein gersten korn/ mir lieber ist.


Das Gedicht "Von einem Hanen" stammt von   (1499 - 1553).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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