Daran kranket die Zeit, daß sie stets mit kleinlichen Mitteln
Spielt und versucht und dabei Großes zu schaffen vermeint.
Niemand wagt den geradesten Weg; man fügt sich dem Weltlauf,
Da sich der Weltlauf doch stets dem Gewaltigen fügt.
Freilich beschränkterer Sinn bebt scheu vor stürmischer Meerfahrt,
Weil er im Wetter sich nicht kräftig zu steuern getraut;
Aber dem Genius schenkte der Gott zur Schwester die Kühnheit,
Und durch Klippen und Sturm führt er zum Hafen das Schiff.
Nicht in den Abgrund späht er mit Angst; er erhebt zu den Sternen
Mutig das Haupt. Noch nie haben die Sterne getäuscht.
Das Gedicht "Daran kranket die Zeit" stammt von Emanuel Geibel (1815 - 1884).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
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